Wo Qualität berechnet wird: Wie Computer Aided Engineering bei BILSTEIN Stoßdämpfer und Fahrwerke besser macht
Qualität im Fahrwerk entsteht nicht erst auf der Straße. Und auch nicht erst auf dem Prüfstand. Bei BILSTEIN beginnt sie deutlich früher – auf dem PC. Mirco Adam, Senior Manager CAE bei BILSTEIN, nimmt uns mit hinter die Kulissen und zeigt, wie Computer Aided Engineering bei BILSTEIN Stoßdämpfer und Fahrwerke besser macht.
Computer Aided Engineering, kurz CAE, beschreibt die rechnergestützte Simulation technischer Systeme. Bei BILSTEIN heißt das: Stoßdämpfer, Fahrwerkskomponenten und deren Zusammenspiel mit dem Fahrzeug werden digital nachgebildet. Kräfte aus Fahrbahnanregungen, Aufbaubewegungen, Temperaturverhalten, Ölströmung oder Dauerbelastungen lassen sich so virtuell durchspielen.
Der entscheidende Vorteil: Simulationen erlauben Einblicke, die in der realen Welt nur mit großem Aufwand oder gar nicht möglich wären. Bauteile können gezielt bis an ihre Belastungsgrenzen – und darüber hinaus – untersucht werden, ohne Material zu verschwenden oder Versuchsfahrzeuge zu riskieren.
Computer Aided Engineering bei BILSTEIN: Entscheidend für Qualität
Bei BILSTEIN ist CAE kein optionales Hilfsmittel, sondern ein fester Bestandteil der Entwicklung. Bevor ein Stoßdämpfer gefertigt, montiert oder getestet wird, muss er sich virtuell bewähren. Belastungen, Kräfte, Bewegungen und Grenzbereiche werden simuliert, analysiert und bewertet. Lange bevor reale Hardware existiert.
Mirco Adam, Senior Manager CAE bei BILSTEIN, verrät: „Simulationen sind bei uns ein fester Bestandteil des Entwicklungsprozesses. Sie zeigen frühzeitig, ob ein technisches Konzept funktioniert, noch bevor ein Bauteil gebaut wird. Spätestens die Seriendesigns müssen per Simulation freigeprüft werden, bevor Hardwareteile bestellt werden“.
Dabei ersetzt CAE bei BILSTEIN keine Tests. Es macht sie präziser. „Trotz CAE bleibt es notwendig, Bauteile gezielt bis an ihre Grenzen zu prüfen, um belastbare Aussagen zu treffen“, so Adam. „Nur so wissen wir, ob wir den Ausfall vorhergesagt hätten. Das ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess.“
Qualität heißt verstehen, warum etwas passiert
Ein zentraler Beitrag von CAE zur Qualität liegt in der Ursachenanalyse. In der Simulation lassen sich einzelne Parameter gezielt verändern. Und das ohne störende externe Einflüsse. „Der Vorteil der Simulation ist: Ich habe keine Störbedingungen“, so Adam. „Wenn ich einen Parameter ändere, sehe ich genau diesen Einfluss.“
Für die Entwicklung bedeutet das: Statt Vermutungen zu treffen, lassen sich Zusammenhänge klar erkennen. Warum verändert sich das Dämpfungsverhalten? Welche Belastung wirkt wirklich kritisch? Welche Änderung bringt messbaren Nutzen – und welche nicht?
Diese Erkenntnisse fließen direkt in Designentscheidungen, Ventilabstimmungen und Bauteilauslegung ein.
Erfahrung schlägt Rechenleistung
So leistungsfähig moderne Simulationen auch sind – ihre Aussagekraft hängt entscheidend vom Know-how der Menschen dahinter ab. Bei BILSTEIN ist CAE deshalb eng mit jahrzehntelanger Entwicklungs- und Testerfahrung verknüpft.
„Wenn Teile wider Erwarten ausfallen, ist es unsere Aufgabe, der Sache nachzugehen“, erklärt Adam. „Daraus entsteht ein Wachstum unseres Erfahrungsschatzes. Und das machen wir inzwischen seit mehr als 20 Jahren so.“
Jede Abweichung, jeder reale Test, jeder Feldausfall schärft die Modelle weiter. Simulation und Realität entwickeln sich gemeinsam weiter – ein lernendes System.
OE-Standards als Fundament – auch im Aftermarket
Ein wesentlicher Teil dieses Erfahrungsschatzes stammt aus der Erstausrüstung. Die Lastannahmen, Sicherheitsreserven und Grenzfälle, die Automobilhersteller verlangen, bilden auch die Basis für die Simulationen im Aftermarket. „Wir greifen auf diese Erfahrung zurück“, so Adam. „Wir kennen die Anforderungen aus dem OE-Geschäft und transferieren sie auf Aftermarket-Komponenten.“
Für Werkstätten und Autofahrer bedeutet das: Auch Aftermarket-Produkte basieren auf denselben physikalischen Grundlagen, denselben Grenzbetrachtungen und derselben Absicherungstiefe.
CAE: Effizienz ohne Qualitätsverlust
CAE verbessert Qualität nicht nur durch Tiefe, sondern auch durch Effizienz. Simulationen helfen dabei, Prüfaufwand gezielt einzusetzen. Und zwar dort, wo er wirklich notwendig ist. „Es gibt Anwendungsfälle bei denen wir die Hardwareprüfung auf die simulativ kritischste Variante reduzieren können“, erklärt Adam. „Wenn diese den Dauerlauf besteht, kann auf die Prüfung weiterer rechnerisch unauffälligerer Varianten verzichtet werden.“ Das spart Zeit, ohne Abstriche bei der Sicherheit oder Haltbarkeit zu machen.
Rechenleistung als Qualitätsfaktor
Der Aufwand hinter CAE ist erheblich. Hochleistungsrechner laufen bei BILSTEIN faktisch rund um die Uhr. „Es gibt Simulationen, die laufen 24 Stunden oder gar mehrere Tage“, sagt Adam. „Tatsächlich laufen unsere Rechner 24 Stunden am Tag, sieben Tage pro Woche.“
Diese Rechenzeit ist kein Selbstzweck. Sie ist der Preis für belastbare Aussagen – und für Entscheidungen, die auf objektiven Daten statt auf subjektiven Annahmen beruhen.
Simulation, Prüfstand und Fahrversuch – ein System
Trotz aller Rechenleistung bleibt klar: CAE ist Teil eines Systems. Simulation, Prüfstand und realer Fahrversuch ergänzen sich.
betont Mirco Adam. „Simulation und Test werden immer aufeinander angewiesen sein“,
Erst im Zusammenspiel entsteht die Qualität, für die BILSTEIN steht: Virtuell abgesichert, real geprüft und über Jahre weiterentwickelt.
Für Autofahrer, Werkstätten und Händler zeigt sich dieser Aufwand nicht in Zahlen oder Modellen, sondern im Fahrverhalten. In Stoßdämpfern, die kontrolliert arbeiten, vorhersehbar reagieren und über lange Zeit zuverlässig funktionieren.
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